Die Idee
Du sagst Claude Code während einer Aufgabe: „Nutze pnpm, nicht npm.“ In einer späteren Sitzung möchtest du diese Korrektur nicht wiederholen. Auto Memory ist der dateibasierte Mechanismus von Claude Code, um ausgewählte Erkenntnisse über Sitzungen hinweg mitzunehmen. Claude pflegt diese Notizen; sie können Präferenzen von Nutzenden, Feedback, Projektkontext und Verweise abdecken. Quelle
Das macht Auto Memory nützlich, aber nicht zum Regelwerk deines Projekts. Eine CLAUDE.md-Datei ist eine von Menschen gepflegte Anweisungsdatei. Nutze sie für Vorgaben, die das Projekt oder Team von Claude Code erwartet: etwa erforderliche Befehle, Code-Konventionen, Architekturhinweise und Arbeitsabläufe. Auto Memory und CLAUDE.md sind getrennte Arten von Kontext. Quelle
Einfach gesagt: Auto Memory ist das lokale Notizbuch von Claude Code für hilfreichen Kontext aus der Vergangenheit. CLAUDE.md ist das von Menschen geschriebene Anweisungsblatt des Projekts.
Auto Memory wird als lokale Markdown-Dateien für ein Projekt gespeichert. Der übliche Speicherort ist ~/.claude/projects/<project>/memory/. Worktrees und Unterverzeichnisse desselben Git-Repositorys teilen sich dieses Verzeichnis. Es enthält MEMORY.md als Index sowie getrennte Dateien für detaillierte Themen. Diese Dateien werden nicht automatisch auf einen anderen Rechner oder in eine Cloud-Umgebung übertragen. Quelle
Zu Beginn einer Unterhaltung lädt Claude Code automatisch den Anfang von MEMORY.md: höchstens die ersten 200 Zeilen oder 25 KB, je nachdem, welche Grenze zuerst erreicht wird. Detaillierte Themendateien werden beim Start nicht automatisch geladen; Claude Code liest sie, wenn sie relevant sind. Deshalb ist ein kurzer, korrekter Index hilfreicher, als den Speicher wie ein unbegrenztes Archiv zu behandeln. Quelle
Ein kleines Beispiel
Beispiel: Du arbeitest allein an einem Service. Du korrigierst Claude Code: „Dieses Repository nutzt pnpm statt npm.“ Das ist eine wiederkehrende Präferenz oder ein Projektdetail, das Auto Memory speichern kann. Später kannst du die Notiz mit /memory prüfen. Der Befehl kann Memory-Dateien durchsuchen, öffnen, bearbeiten oder löschen; /context zeigt geladene Memory-bezogene Dateien an. Quelle Quelle
Jetzt ändert sich die Vorgabe: „Führe vor dem Öffnen eines Pull Requests diese Prüfungen aus.“ Das ist ein Teamablauf. Schreibe ihn in CLAUDE.md, damit Menschen ihn im Repository prüfen und pflegen können. Verlass dich für eine teamweite Regel nicht auf die lokalen Auto-Memory-Notizen einer einzelnen Person. Claude Code vermeidet außerdem grundsätzlich, Fakten zu speichern, die sich aus dem Codebestand ableiten lassen oder bereits in CLAUDE.md stehen. Quelle
Diese Unterscheidung ist praktisch:
- Nutze Auto Memory für Korrekturen, persönliche Präferenzen, laufenden Kontext und Verweise auf externe Systeme.
- Nutze CLAUDE.md für dauerhafte, überprüfbare Projektanweisungen.
- Nutze Hooks oder Berechtigungseinstellungen, wenn eine Aktion technisch beschränkt statt nur erbeten werden muss. Quelle Quelle
Probier es aus
Nimm dir fünf Minuten. Nimm in einem risikoarmen Projekt eine kleine Korrektur vor, die nicht bereits offensichtlich aus dem Repository hervorgeht. Zum Beispiel: „Bevorzuge kurze Zusammenfassungen für Release Notes.“ Starte eine neue Sitzung. Führe /memory aus und prüfe, ob eine lokale Markdown-Notiz erstellt wurde. Falls ja, kontrolliere sie. Ist sie korrekt? Ist sie konkret genug, um zu helfen, aber keine Regel, die das ganze Team braucht?
Entscheide dann, wo sie hingehört. Lass ein hilfreiches persönliches Detail oder einen Gesprächskontext in Auto Memory. Verschiebe eine gemeinsame Vorgabe nach CLAUDE.md. Bearbeite oder lösche veraltete Notizen mit /memory. Auto Memory ist in lokalen Sitzungen standardmäßig aktiviert. Du kannst es auch über /memory, die Einstellung autoMemoryEnabled oder CLAUDE_CODE_DISABLE_AUTO_MEMORY steuern. Quelle
Darauf solltest du achten
Auto Memory liefert Kontext, aber keine Gewissheit. Es ist keine harte Durchsetzung. Eine Notiz kann veraltet oder unvollständig sein oder schlecht angewendet werden. Für Anforderungen, die eine Aktion blockieren oder kontrollieren müssen, nutze die dokumentierten technischen Mechanismen: Hooks oder Berechtigungseinstellungen. Quelle Quelle
Außerdem ist es lokal lesbarer Text und kein Speicher für Geheimnisse. Prüfe, was gespeichert wird, und bitte das Tool nicht darum, Zugangsdaten oder private Daten zu behalten. Denke zuletzt an die Ladegrenze: Wenn MEMORY.md über den automatisch geladenen Abschnitt hinauswächst, ist späterer Inhalt zu Beginn einer Sitzung möglicherweise nicht vorhanden. Halte den Index fokussiert und bewahre verbindliches Projektwissen in einer von Menschen gepflegten Anweisungsdatei auf. Quelle